Wie tickt der Osten? Magdeburg(Nr. 19318)

14.10.2019 bis 18.10.2019

Irgendwie tickt der Osten anders, das merken wir immer wieder und immer noch. Und dass diese Unterschiede auch von 30 Jahren deutscher Einheit nicht eingeebnet wurden, merken wir an allen Ecken: Ausschreitungen wie in Chemnitz halten wir bei uns nicht für möglich, Neonazis vermuten wir nur in ausgebluteten brandenburgischen Käffern oder hinterwäldlerischen sächsischen Tälern, die noch immer kein Westfernsehen haben. Aber tief in uns drin wissen wir ja, dass die Menschen im Osten keine schlechteren Menschen sind, und dass unsere einfachen Erklärungen zu kurz greifen und auch das Problem nicht lösen. Wir wollen in diesem Bildungsurlaub also alle billigen Klischees zuhause lassen und wirklich verstehen, welche Gesellschaft die Geschichte und die SED-Diktatur in den neuen Bundesländern hinterlassen hat. Das Misstrauen gegen den Staat, die Angst vor Veränderung und vor dem Fremden, der fehlende Glauben daran, das eigene Schicksal gestalten zu können und auch die Erosion christlicher Werte sind eben von der Politik gemacht. Sie sind Ergebnis von 40 Jahren Indoktrination, Bevormundung, Ohnmacht, Anpassung und christlicher Entkernung. So gesehen haben die neuen Bundesländer eine enorme Aufbauleistung hingelegt, die im Westen nicht immer gesehen wurde, so gesehen sind die neuen Bundesländer lebendiger Kern unserer Jahrtausende währenden deutschen Geschichte und so gesehen müssen wir alles tun, dass 40 Jahre SED nicht die nächsten Jahrhunderte prägen, sondern dass wir wieder zu dem werden, was wir immer waren: Ein vielfältiges Land mit großer geistiger und geschichtlicher Tradition. Und damit beginnen wir in Magdeburg, eine Stadt, auf die im Mittelalter die Welt schaute und auf die zu schauen sich auch heute noch lohnt, weil wir hier alles finden, was uns näher zueinander bringt.

Leitung:
Martin Hoschützky

Kosten:
465,- € inkl. Bahn/Ü/DZ/F/ÖPNV | EZZ: 65,- €