Aktuelles

Liebe Freunde der Staatspolitischen Gesellschaft,

 

20150926 Matthias-6klHistoriker neigen ja dazu, eher auf das große Ganze zu schauen und weniger auf den einzelnen Tag oder die aktuelle Diskussion. In Zeiten wie diesen scheint das nötiger zu sein, denn je.

Vor einigen Jahren sahen Experten mit der Piratenpartei das Ende der klassischen Demokratie angebrochen, monatelang erging man sich dann in Untergangszenarien für Griechenland und die EU, kurzzeitig stand VW vor dem Zusammenbruch und vor einem Jahr sahen einige Pessimisten bereits das Ende Deutschlands unmittelbar bevorstehen: Millionen von Flüchtlingen würden unser Land überrennen, die Sozialkassen leersaugen oder – wenn sie dann doch erwartungswidrig arbeiten - Deutschen den Arbeitsplatz wegnehmen. Zwischen Grenzzäunen und Schießbefehl irrlichterten die Meinungen am Parteienrand. Nichts davon trat ein. Heute verwalten wir halbleere Flüchtlingsunterkünfte.

Keines der angesprochenen Themen ist erledigt, immer noch sind Fragen offen, aber der mediale Hype hat sich längst abgewandt und jagt anderen Themen hinterher, z.B. der AfD. Zurück bleiben Wortgeschütze und verbale Kriegsgebiete.

Politik ist die Kunst des Möglichen, sagte Bismarck und genau so banal ist es: In jeder Situation unter den gegebenen Bedingungen Mehrheiten für Lösungen schaffen, die das Beste für das Gemeinwohl darstellen. Dies im Streit widerstrebender Interessen, aufgeregter Medien und kritischer Bürger. Wer hier einfache Lösungen im Köcher hat, hat schon die Rahmenbedingungen nicht verstanden, geschweige denn die Materie selbst.

Die Staatspolitische Gesellschaft versucht seit ihrer Gründung 1959 ein stabilisierendes Rädchen im Getriebe unserer Demokratie zu sein: Aufklären, Reflektieren, Abschätzen, Einordnen und Beteiligen. Das sind unsere Prinzipien. Die Hysterie und die Eskalation, die Schwarzmalerei von Untergangsszenarien sind genauso wenig unser Ding, wie einfache Lösungen oder die Fokussierung auf die lautesten Stimmen.

Für uns ist der größte Stabilitätsanker der Demokratie der mündige Bürger: Er folgt keinen Demagogen, er ist kritisch, aber nicht manipulierbar, er ist mutig, aber nicht auftrumpfend. Und er weiß, dass an Kompromiss und halbfertigen Lösungen manchmal kein Weg vorbeiführt. Er lebt mit den Mängeln der Demokratie, weil er weiß, dass sie menschengemacht ist. Er weiß um den Wert des Streits, verwechselt ihn aber nicht mit Hysterie.

Wir wollen mit unserer Arbeit diesen Bürger, also uns alle, unterstützen, mit Informationen versorgen und zu einem tragenden Element der Demokratie machen. Dies scheint uns gerade in aufgeregten Zeiten wie diesen notwendiger als je zuvor.

Machen Sie mit, mischen Sie sich ein und seien Sie uns auch in der zweiten Jahreshälfte herzlich willkommen.

 

Ihr Matthias Fischer und das Team der SG