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Liebe Freunde der Staatspolitischen Gesellschaft,

16 1vermutlich wird „Flüchtlingskrise“ das Wort des Jahres 2015. Kein Tag ohne dieses Thema, kein Tag ohne Streit, Forderungen und schrille Töne. Und kein Tag, an dem in unserer Stadt nicht Freiwillige und Ehrenamtliche Unfassbares leisten, ohne dass es entsprechend gewürdigt wird.

Auch bei uns im Programm findet sich das Thema, natürlich. Denn kein Thema braucht differenzierte Auseinandersetzung so wie dieses. Der Umgang mit den Flüchtlingen aus aller Welt zwingt uns zu einer Position: Wollen wir „christliches Abendland“ sein, dass sich den Idealen des Christentums, der Aufklärung, der Offenheit und der Freizügigkeit auch dann verpflichtet fühlt, wenn dies vielleicht mit Einschränkungen und Veränderungen verbunden ist? Oder sind wir „Schönwetter-Humanisten“, die alle christlichen und humanistischen Werte über Bord werfen, wenn es schwierig wird?

Ja, der Zustrom von Flüchtlingen ist eine große Herausforderung für unser Land und auch unsere Stadt. Und natürlich ist die Politik gefordert, geltendem Recht Durchsetzung zu verschaffen und ggf. die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Und natürlich erfordert der islamistische Terror die klare Antwort einer wehrhaften Demokratie.

Aber es kann doch überhaupt keinen Zweifel daran geben, dass wir Menschen, die aus Bürgerkriegen fliehen, Asyl gewähren müssen. Und es kann doch auch keinen Zweifel daran geben, dass gerade unser Land dies noch am ehesten leisten kann, verglichen mit Ländern wie der Türkei, dem Libanon oder Jordanien, die ein Vielfaches an Flüchtlingen aufnehmen. Die wenigsten von uns haben bisher wirklich persönliche Einschränkungen hinnehmen müssen, weil wir in unserer Stadt viele Flüchtlinge unterbringen müssen.

Angst ist selten ein guter Berater in der Politik. Gleichzeitig ist sie das beste Mittel, um Menschen zu bewegen. Wir möchten mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass wir alle uns angstfrei und gelassen diesen Herausforderungen stellen. Unsere Demokratie ist stabil, unsere Integrationskraft groß, unser Wohlstand nicht in Gefahr. Anstelle der diffusen Angst setzen wir die klare Analyse, gegen die undurchsetzbare Forderung stellen wir die Frage nach dem Machbaren. Und anstelle der Furcht vor Veränderung leitet uns die Dankbarkeit, uns diesen Herausforderungen und Fragen in Frieden und Wohlstand stellen zu können, leitet uns das Bewusstsein, auf diesem Erdball zu den privilegierten Ländern und Gemeinwesen zu gehören.

Lassen Sie uns diese Werte verteidigen, denn sie machen den Kern unserer Gesellschaft aus. Auch den der Staatpolitischen Gesellschaft.

Ihr

Matthias Fischer

-Geschäftsführer-